Was macht ein Bestatter – und was kann die Familie selbst übernehmen?

Was macht ein Bestatter – und was kann die Familie selbst übernehmen?

Wenn ein Mensch stirbt, stehen die Angehörigen vor Trauer, organisatorischen Fragen und vielen Entscheidungen. Ein Bestatter kann in dieser Situation eine große Hilfe sein: Er sorgt für Überblick, kümmert sich um Formalitäten und organisiert die Bestattung. Dennoch gibt es auch Aufgaben, die die Familie selbst übernehmen kann – sei es aus persönlichen oder finanziellen Gründen. Hier erfahren Sie, welche Aufgaben typischerweise in die Hände eines Bestatters fallen und wo Angehörige selbst aktiv werden können.
Die Rolle des Bestatters – Unterstützung, Organisation und Entlastung
Ein Bestatter ist die zentrale Ansprechperson zwischen Familie, Behörden, Friedhofsverwaltung, Kirche oder Krematorium. Seine Aufgabe ist es, die Angehörigen zu entlasten und sicherzustellen, dass alle rechtlichen und organisatorischen Schritte korrekt ablaufen.
Typische Aufgaben eines Bestatters sind:
- Behördengänge und Formalitäten – Meldung des Todesfalls beim Standesamt, Beantragung der Sterbeurkunde, Organisation der Überführung und Abstimmung mit Friedhof oder Krematorium.
- Planung der Trauerfeier – Terminabsprache mit Pfarrer oder Trauerredner, Auswahl von Musik, Blumen und Dekoration.
- Überführung und Versorgung des Verstorbenen – Abholung, hygienische Versorgung, Einkleidung und Einbettung in den Sarg.
- Bereitstellung von Sarg, Urne und Blumenschmuck – Beratung zu Materialien, Formen und Preisen.
- Drucksachen und Anzeigen – Gestaltung und Versand von Traueranzeigen, Danksagungen und Trauerkarten.
- Beratung zu Kosten und Zuschüssen – Informationen zu Bestattungskosten, Sterbegeldversicherungen oder möglichen Sozialleistungen.
Für viele Familien ist es eine große Erleichterung, diese Aufgaben einem erfahrenen Bestatter zu überlassen, der die Abläufe kennt und in einer emotional belastenden Zeit Sicherheit gibt.
Was kann die Familie selbst übernehmen?
In Deutschland besteht keine gesetzliche Pflicht, einen Bestatter zu beauftragen. Angehörige dürfen viele Dinge selbst organisieren – vorausgesetzt, die gesetzlichen Vorschriften werden eingehalten. Wer sich aktiv einbringen möchte, kann die Abschiedsgestaltung persönlicher und individueller machen.
Mögliche Aufgaben für die Familie:
- Anmeldung des Todesfalls – Angehörige können den Todesfall selbst beim Standesamt melden, wenn sie die erforderlichen Unterlagen (ärztliche Todesbescheinigung, Personalausweis etc.) vorlegen.
- Auswahl und Kauf von Sarg oder Urne – Diese können auch direkt bei einem Hersteller oder Online-Anbieter erworben werden.
- Gestaltung der Trauerfeier – Angehörige können Musik, Reden, Blumen und Dekoration selbst auswählen und organisieren.
- Persönliche Abschiedsrituale – Das Schmücken des Sarges, das Schreiben von Abschiedsbriefen oder das Mitbringen persönlicher Gegenstände sind erlaubt und oft tröstlich.
- Organisation des Beisammenseins nach der Trauerfeier – Kaffee, Kuchen oder ein gemeinsames Essen können ohne Bestatter geplant werden.
Einige Aufgaben – etwa die hygienische Versorgung oder die Überführung über größere Distanzen – dürfen allerdings nur von Fachbetrieben durchgeführt werden. Hier lohnt sich eine Rücksprache mit dem zuständigen Ordnungsamt oder dem Friedhofsamt.
Wann ist die Unterstützung eines Bestatters sinnvoll?
Gerade in schwierigen Situationen kann ein Bestatter eine wertvolle Stütze sein. Das gilt besonders, wenn:
- der Todesfall unerwartet eintritt und die Familie überfordert ist,
- viele Angehörige koordiniert werden müssen,
- die Bestattung in einer anderen Stadt oder im Ausland stattfinden soll,
- eine kirchliche oder besonders aufwendige Zeremonie gewünscht ist.
Ein seriöser Bestatter wird immer auf die Wünsche der Familie eingehen und transparent erklären, welche Leistungen notwendig sind und welche optional. Es ist völlig legitim, nach Preisen, Alternativen und Eigenleistungen zu fragen.
Kosten und Transparenz
Die Kosten für eine Bestattung können stark variieren – je nach Region, Leistungsumfang und individuellen Wünschen. In Deutschland sind Bestatter verpflichtet, eine detaillierte Preisübersicht bereitzustellen. So können Angehörige Angebote vergleichen und entscheiden, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen möchten.
Viele Familien wählen eine Mischform: Der Bestatter übernimmt die formalen und organisatorischen Aufgaben, während die Angehörigen sich um persönliche Elemente kümmern. Eine offene Kommunikation über die finanziellen Möglichkeiten hilft, Missverständnisse zu vermeiden.
Eine persönliche und würdevolle Abschiednahme
Ob mit oder ohne Bestatter – im Mittelpunkt steht immer der Abschied von einem geliebten Menschen. Eine Bestattung ist nicht nur ein formaler Akt, sondern ein Moment des Gedenkens und der Verbundenheit. Musik, Fotos, persönliche Worte oder kleine Rituale können helfen, den Abschied individuell zu gestalten.
Wer sich frühzeitig Gedanken darüber macht, was ihm wichtig ist, kann den Abschied bewusster und persönlicher erleben. Entscheidend ist, dass die Familie sich mit dem gewählten Weg wohlfühlt – und dass der Abschied dem Verstorbenen gerecht wird.










